Die Schlacht von Mars-la-Tour wird heute gefeiert. Geschlagen hat sie unser Prinz Friedrich Karl von Preußen mit seiner II. Armee im Jahre 1870 gegen die gallische Rheinarmee unter Bazaine (so eine Art gallischer Monty). Die Gallier verloren bei Mars-la-Tour 16,000 Mann, während unsere Verluste sich auf 15,000 Mann beliefen. Man könnte also meinen, daß wir hier ein Unentschieden hätten. Aber die strategische Folge war die Einkesselung der gallischen Armee in Metz, die mit der Schlacht von Gravelotte vollendet und mit der Schlacht von Sedan besiegelt werden sollte. Damit war die gallische Hauptmacht zerschlagen und das zweite Aufgebot hätten sich die Gallier wirklich sparen können… Diese nette Netzseite liefert uns einen recht gelungenen Schlachtbericht: http://www.deutsche-kriegsgeschichte.de/SchlachtVionvilleMarslaTour.html In Moltkes Geschichte des gallischen Krieges von 1870-71 tobt die Schlacht von Mars-la-Tour munter weiter: https://archive.org/details/geschichtedesdeu00moltuoft

Von beiden Seiten wurde nun die Offensive ergriffen. Zur Rechten drangen die Preußen im wechselvollen Waldgefecht, oft im Handgemenge, allmählich vor und erreichten um elf Uhr die gegen Flavigny vorspringende Spitze des Bois de Sankt Arnould. Ihr linker Flügel hingegen wurde zurückgedrängt, selbst die Artillerie ernstlich gefährdet, jedoch stellte hier das eben anrückende Regiment Nummer LII das Gefecht wieder her, freilich unter den blutigsten Verlusten. Das I. Bataillon büßte sämtliche Offiziere ein, die Fahne ging von Hand zu Hand, je nachdem ihre Träger sanken, und auch der Brigadekommandeur General von Döring fiel tödlich getroffen. General von Stülpnagel ritt in die vorderste Schützenlinie, die Mannschaft durch seinen Zuspruch ermunternd, während General von Schwerin die Trümmer seiner der Führer beraubten Truppen um sich sammelte und, unterstützt durch ein Detachement des X. Korps aus Noveant, die Höhe vor Flavigny behauptete, von welcher die Franzosen sich nun zurückzogen. Immer noch in der Voraussetzung, daß die Franzosen den Abmarsch bereits angetreten, war die VI. Division angewiesen, über Mars la Tour gegen Etain vorzumarschieren, um dem Gegner auch die nördliche Straße nach Verdun zu verlegen. Auf der Höhe von Tronville angelangt, von wo die wirkliche Sachlage für sich übersehen ließ, schwenkten jedoch nun die Brigaden gegen Vionville und Flavigny rechts ein. Die vorauseilende Artillerie bildete eine mächtige Geschützfront, welche durch ihr Feuer die weitere Angriffsbewegung vorbereitete, und trotz großer Verluste setzte sich um elfeinhalb Uhr die XI. Brigade in Besitz von Vionville. Von dort aus und von Süden her wurde sodann in Verbindung mit der X. Brigade der Angriff gegen das in Brand geschossene Flavigny gerichtet. Dabei mischten sich die verschiedenen Abteilungen stark durcheinander, aber den einzelnen Unterführern gelang es, durch geschickte Benutzung jeder deckenden Bodenwelle, trotz des heftigen Infanterie- und Artilleriefeuers des Feindes, stetig vorzudringen. Flavigny wurde erstürmt, ein Geschütz und eine Anzahl Gefangener fielen in die Hände der braven Brandenburger. Jetzt bildeten Vionville, Flavigny und die Nordspitze des Waldes von Sankt Arnould die Stützpunkte der nunmehr gegen Osten gewendeten preußischen Front, aber diese Front war nahezu eine Meile lang, und die gesamte Infanterie und Artillerie stand in einer Linie im heftigsten Gefecht. Ein zweites Treffen bildeten nur die V. und VI. Kavalleriedivision und die Hälfte der XXXVII. Brigade bei Tronville. Die Franzosen befanden sich in durchaus günstiger Lage. Ihre Stellung war in der linken Flanke durch Metz, in der rechten durch die starken Batterien an der Römerstraße und eine zahlreiche Kavallerie geschützt, sie konnten den frontalen Angriff des verwegenen Gegners mit Zuversicht abwarten.“

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Heute (1914) hat unser General Otto von Emmich die belgische Festung Lüttich erstürmt, im Rahmen der Durchführung unseres Schlieffenplanes. Entscheidenden Anteil hatte auch unser General Ludendorff, der kurzer Hand die Führung der Sturmtruppen übernahm, nachdem deren Befehlshaber gefallen war. Unser Sturm auf Lüttich hat zwar etwas länger als geplant gedauert, aber die Festung Lüttich war auch sehr stark und ein schöner deutscher Sieg ist deren Erstürmung allemal. Eine Siegesfeier ist daher angebracht. Gefallen ist die Stadt Lüttich selbst zwar schon am 6. und 7. August, aber erst heute ergab sich das letzte Außenfort und so feiern wir Panzertiere erst heute. Mit 25,000 Infanteristen, 8000 Kavalleristen und 124 Geschützen begann unser General von Emmich den Sturm auf Lüttich, das von 25,000 Belgiern verteidigt wurde. Uns kostete die Einnahme Lüttichs 5300 Gefallene und Verwundete, wogegen die Belgier 20,000 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen verloren haben. In seinen Kriegserinnerungen berichtet uns unser General Ludendorff von der Eroberung Lüttichs: https://archive.org/details/Ludendorff-Erich-Meine-Kriegserinnerungen

„In Retinne setzte ich mich auf den richtigen Weg. Hier sah ich den Pferdeburschen des Generals von Wussow mit dessen Pferden. Er meinte, der General sei gefallen. Mit geringer Begleitung schlug ich den richtigen Weg, die Chaussee nach Queue du Bois, ein. Plötzlich ein Feuerschein vor mir. Ein Kartätschenschuß prasselte die Straße entlang, wir blieben unverletzt. Nach wenigen Schritten stießen wir auf einen Haufen toter und verwundeter deutscher Soldaten. Es war die Spitze mit General von Wussow, ein früherer Kartätschenschuß mußte sie getroffen haben. Ich sammelte die nach und nach eintreffenden Soldaten des Jägerbataillons IV und des Infanterieregiments XXVII und beschloß, die Führung der Brigade zu übernehmen. Zunächst galt es, die Geschütze zu beseitigen, die die Straße beschossen. Zunächst galt es, die Geschütze zu beseitigen, die die Straße beschossen. Die Hauptleute von Harbou und Brinckmann vom Generalstabe schoben sich mit einigen tapferen Leuten durch die Hecken und Gehöfte zu beiden Seiten der Chaussee an die Geschütze heran. Die starke Besatzung ergab sich. Der weitere Weg war frei. Wir gingen vor und traten bald darauf in Queue du Bois in einen schweren Häuserkampf. Es wurde allmählich hell. Die beiden Generalstabshauptleute, der Kommandeur der IV. Jäger, Major von Marcard, der Kommandeur der II. Abteilung des Feldregiments IV, Major von Greiff, und sein vortrefflicher Adjutant Oberleutnant Neide, einige Soldaten und ich schritten vorweg. Eine Feldhaubitze und später eine zweite wurden in gleiche Höhe vorgeholt. Sie säuberten die Straßen und schossen in die Häuser rechts und links. So kamen wir langsam vorwärts. Ich mußte oft die Mannschaften, die nur zögernd vorgingen, ermahnen, mich nicht allein gegen zu lassen. Endlich lag das Dorf hinter uns Die Bevölkerung war übrigens geflüchtet. Es handelte sich hier um Kämpfe gegen die reguläre belgische Armee. Beim Heraustreten aus dem Dorf erkannten wir nach der Maas zu eine in Richtung Lüttich marschierende Kolonne. Ich hoffte, es wäre die XXVII. Infanteriebrigade. Es waren aber Belgier, die über die Maas kopflos abzogen, statt uns anzugreifen. Lange Zeit dauerte es, bis die Lage festgestellt war. Inzwischen verstärkten sich die bei mir befindlichen Kräfte durch das Eintreffen zurückgebliebener Soldaten. Der Durchbruch durch die Frontlinie war gelungen. Das Infanterieregiment CLXV unter seinem hervorragenden Kommandeur, dem damaligen Oberst von Oven, rückte geschlossen heran. General von Emmich traf ein. Der Vormarsch auf die Chartreuse wurde fortgesetzt. General von Emmich stellte mir noch Teile der weiter südlich angesetzten XI. Infanteriebrigade zur Verfügung in der Annahme, daß auch sie durchgebrochen sei. Der Weitermarsch fand ohne Zwischenfälle statt. Im Angesicht der Werke an der Nordfront Lüttichs erstiegen wir aus dem Maastal in Höhen östlich der Chartreuse. Als die Brigade dort eintraf, war es etwa zwei Uhr geworden. Die Geschütze wurden gegen die Stadt gerichtet. Ab und zu wurde ein Schuß abgegeben, teils als Signalschuß für die anderen Brigaden, teils um den Kommandanten und die Stadt willfährig zu machen. Ich mußte sorgfältig mit der Munition haushalten, sie war sehr knapp geworden. Die Truppe war erschöpft und durch den zersetzenden Kampf teilweise stark mitgenommen. Die Offiziere hatten ihre Pferde verloren. Die Feldküchen waren zurückgeblieben. Ich ließ die Brigade rasten und verpflegte sie, so gut es ging, durch Beitreibungen aus den umliegenden Häusern. Bald erreichte General von Emmich wieder die Brigade. Von den Höhen östlich der Chartreuse hatten wir einen schönen Überblick über die Stadt. Sie lag zu unseren Füßen. Aus ihr heraus, auf dem jenseitigen Ufer der Maas, erhob sich die Zitadelle. Dort wurden plötzlich weiße Fahnen gesetzt. General von Emmich wollte einen Parlamentär hinsenden. Ich schlug vor, den feindlichen zu erwarten. Der General blieb bei seinem Entschluß. Hauptmann von Harbou ritt in die Stadt. Um sieben Uhr abends kam er wieder: die weiße Flagge wäre gegen den Willen des Kommandanten gezeigt. Zum Einmarsch in Lüttich war es zu spät geworden. Eine schwere Nacht stand bevor.“

Im pommerischen Stretzin (bei Preußisch Friedland) wurde 1892 unser General der Panzertruppe Walther Nehring geboren. Der Sohn eines Reserveoffiziers trat 1911 in unser deutsches Heer ein. Im Vierjährigen Krieg kämpfte er sowohl an der Ost- als auch an der Westfront, erhielt das Eiserne Kreuz beider Klassen und erreichte den Rang eines Oberleutnants. Er nahm an der Verteidigung unserer Ostgrenze im Jahre 1919 teil und wurde in die Reichswehr übernommen. 1923 heiratete er Annemarie Rohrbeck, mit der er drei Kinder zeugte. Noch vor dem Sturz der Novemberverbrecher kam er zur Inspektion der Kraftfahrtruppen und wurde zum engsten Mitarbeiter von Guderian und Lutz. Ab 1933 begann der Aufbau unserer deutschen Panzerwaffe. Als Stabschef von unserem Guderian zog er in den Sechsjährigen Krieg, zuerst bei unserem XIX. Armeekorps und dann bei unserer Panzergruppe II. Er hatte daher einigen Anteil an den Schlachten von Sedan, Dünkirchen, Bialystok, Smolensk, Kiew und Wjasma und Briansk. 1942 wurde unser General Nehring nach Afrika geschickt und wirkte bei der Einnahme von Tobruk mit. Im November leitete er die Besetzung Tunesiens und kam damit den Amerikanern zuvor. Seine nächste Aufgabe bestand in der Führung unseres XXIV. Panzerkorps an der Ostfront. 1944 folgte unsere IV. Panzerarmee und 1945 unsere I. Panzerarmee. Für seine Verdienste hat unser General Nehrung das Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern erhalten. Zu lesen gibt es von unserem General Nehring auch einiges. „Panzerabwehr“, „Kampfwagen an die Front! Geschichtliche und neuzeitliche Entwicklung des Kampfwagens im Auslande“ und „Heere von morgen. Ein Beitrag zur Frage der Heeresmotorisierung des Auslandes“ stammen aus der Zeit vor dem Sechsjährigen Krieg und „Die Geschichte der deutschen Panzerwaffe. 1916–1945“ wurde danach verfaßt. Aufgrund der Teilnahme unseres Generals Nehring am Polenfeldzug sehen wir uns, zur Feier seines Geburtstages, den Dokumentarfilm über unseren Feldzug in Polen an: https://archive.org/details/1940-Der-Feldzug-in-Polen Unser Guderian berichtet uns immer mal wieder in seinen „Erinnerungen eines Soldaten“ von unserem General Nehring. Als Stabschef blieb unser General Nehring unserem Generaloberst Guderian auch nach der Umwandlung seines XIX. Armeekorps in die legendäre Panzergruppe II erhalten: https://archive.org/details/heinz-guderian-erinnerungen-eines-soldaten-1960

Am 28. 5. befahl Hitler die Bildung einer Panzergruppe unter meinem Befehl. Das Generalkommando wurde nach Signy-le-Petit, südwestlich Charleville, verlegt, um die Vorbereitungen für die Fortsetzung des Feldzuges zu treffen. Es traf dort am 1. 6. ein. In den ersten Tagen des Juni vollzog sich sodann im Räume südwestlich Charleville die Zusammenstellung der „Panzergruppe Guderian“. Der Stab wurde aus dem bisherigen Generalkommando XIX. Armeekorps gebildet. Der bewährte Oberst Nehring blieb Chef des Stabes, Major Bayerlein Ia, Oberstleutnant Riebel Adjutant. Der Panzergruppe wurden unterstellt: Das XXXIX. Armeekorps (General Schmidt) mit der I. und II. Panzerdivision und der XXIX. motorisierten Infanteriedivision, das XLI. Armeekorps (General Reinhardt) mit der VI. und VIII. Panzerdivision und der XX. motorisierten Infanteriedivision, sowie einige der Gruppe unmittelbar unterstellte Verbände. Die Panzergruppe selbst wurde der XII. Armee des Generaloberst List unterstellt. Die Marschleistungen bis zum Erreichen der neuen Versammlungsräume waren erheblich, besonders für die von der Küste anrückende I. und II. Panzerdivision. Die Gesamtstrecke betrug 250 Kilometer; durch Umleitungen infolge von Brückenzerstörungen wurde sie jedoch bei einigen Marschgruppen bis zu 100 Kilometer länger. Starke Ermüdungserscheinungen bei Menschen und Material machten sich geltend. Zum Glück konnte der Truppe eine Erholungs- und Instandsetzungsfrist von einigen Tagen gewährt werden, so daß sie ausgeruht und einigermaßen materiell aufgefrischt an die neue Aufgabe gehen konnte. Durch den so glücklich verlaufenen ersten Teil des Feldzuges im Westen waren die gesamten feindlichen Streitkräfte in Holland, Belgien und Nordfrankreich ausgeschaltet. Der Rücken für die Fortsetzung der Operationen nach Süden war frei. Bei dieser Gelegenheit war es gelungen, die Masse der feindlichen Panzer- und motorisierten Truppen zu vernichten. Bei dem bevorstehenden zweiten Teil des Feldzuges konnte es sich also hauptsächlich nur darum handeln, den Rest des französischen Feldheeres, einschließlich zweier britischer Divisionen etwa noch 70 Divisionen, zu schlagen und alsdann einen vorteilhaften Frieden zu schließen – so glaubten wir damals jedenfalls. Der Aufmarsch für die Fortsetzung des Kampfes vollzog sich auf dem rechten Heeresflügel an der Somme schneller als in der Mitte an der Serre und Aisne. Der Angriff der Heeresgruppe von Bock konnte daher bereits am 5. 6. beginnen, während der der Heeresgruppe von Rundstedt auf den 9. 6. festgesetzt wurde. Im Rahmen der Heeresgruppe von Rundstedt hatte die XII. Armee den Auftrag, zwischen Chateau-Porcien und Attigny die Aisne und den Aisne-Kanal zu überschreiten und sodann in südlicher Richtung weiter vorzustoßen. Der Übergang über den Fluß und den ihn begleitenden Kanal sollte an acht Stellen durch die Infanteriekorps erzwungen werden. Nach Herstellung von Brückenköpfen und nach dem Brückenschlag sollten sodann die Panzerdivisionen meiner Gruppe durch die Infanterie hindurch angreifen, das freie Feld gewinnen und – je nach dem Verlauf – in Richtung Paris oder Langres oder Verdun vorgehen. Als erstes Ziel wurde mir das Plateau von Langres gesteckt; spätestens dort sollte ich weitere Befehle erhalten. Ich bat den Oberbefehlshaber der XII. Armee, mir zu gestatten, meine Divisionen an bestimmten Übergängen von vornherein in die vordere Linie zu nehmen und den Übergang über die Aisne selbst zu erkämpfen, weil ich von dem Durchziehen durch die Infanteriekorps mit ihren großen Trossen Verstopfungen der Straßen und Führungsschwierigkeiten befürchtete. Der Oberbefehlshaber wollte aber die Panzerverbände für den entscheidenden Durchbruch schonen und lehnte daher meine Bitte ab. Die Panzergruppe wurde also derart hinter den Infanteriekorps bereitgestellt, daß sie mit vier Panzerdivisionen auf acht verschiedenen Brückenstellen über die Aisne vorgehen sollte, sobald der Brückenschlag beendet sei. Die beiden motorisierten Infanteriedivisionen sollten den Panzerdivisionen ihrer Korps folgen. Voraussetzung für das Gelingen dieses Planes war allerdings, daß den Infanteriekorps der Flußübergang und das Bilden der Brückenköpfe gelang.“

Friedrich der Große hat am heutigen Tag im Jahre 1760 die Schlacht von Liegnitz geschlagen. Durch eine Kriegslist täuschte er die Österreicher, die glaubten, er befände sich noch in seinem Feldlager, und überfiel das Korps von Laudon. Dieser Verlor 10,000 Mann, darunter 6000 Gefangene, sowie 23 Fahnen und 82 Kanonen. Unsere Preußen hatten 1100 Verwundete zu beklagen. Friedrich der Große mußte mit seiner 30,000 Mann starken Armee 90,000 Österreicher in Schach halten, damit diese sich nicht mit den 80,000 Russen vereinigten, die seinem Bruder Heinrich gegenüberstanden. Den Schlachtbericht entnehmen wir wie immer der Geschichte des Siebenjährigen Krieges von Friedrich dem Großen: http://friedrich.uni-trier.de/de/volz/3/uc_p1/

Dort hatte der König zur Vorsicht einige Husaren gelassen, die den Feind durch die Nachahmung der Patrouillen- und Schildwachenrufe in dem Glauben wiegten, daß die ganze preußische Armee noch dort stände. Beim ersten Tagesschimmer brachen Daun und Lacy zum Angriff gegen die Preußen auf. Aber wie groß war ihr Erstaunen, als sie das Lager leer fanden und nichts darüber erfuhren, was aus der preußischen Armee geworden war. Das Schicksal schien an diesem Tage zu wollen, daß den Österreichern alles mißlang. Selbst der Wind stand ungünstig. Weder Daun noch Lacy hörten den Lärm der Schlacht, die eine halbe Meile von ihnen hinter Pfaffendorf geliefert wurde, obgleich auf beiden Seiten wenigstens 200 Kanonen feuerten. Lange schwankte der Feldmarschall in seinen Entschlüssen. Endlich, nach vielen Beratungen und verschiedenen Vorschlägen, entschloß er sich, bei Liegnitz über die Katzbach zu gehen und das Zietensche Korps, das er in Schlachtordnung sah, anzugreifen, während Lacy Befehl erhielt, weiter oberhalb das Schwarzwasser zu überschreiten. Das erwies sich jedoch als unmöglich, oder er hätte einen Umweg von anderthalb Meilen machen müssen, um eine Brücke zu finden. Denn bei den sumpfigen Bachufern helfen Brücken allein nichts, auch Dämme sind nötig, um jenseits von Liegnitz hinüberzukommen. Schon war die Schlacht gewonnen, und der König eilte eben zum rechten Flügel, als er Dauns Vorhut aus Liegnitz hervortreten sah. Aber die preußische Artillerie hatte den Feind schon übel zugerichtet, und man merkte an seinem unsicheren Benehmen, daß er nahe daran war, das Feld zu räumen. Um ein Ende zu machen und Dauns Ahnung, daß Laudon besiegt sei, zu bestätigen, kurz, um seinen Rückzug zu beschleunigen, ließ der König Viktoria schießen. Kaum war die zweite Salve abgefeuert, so machten die feindlichen Kolonnen kehrt und gingen bei Liegnitz über die Katzbach zurück. Noch am nämlichen Tage kam es zu einem kleinen Gefecht im Walde. Unter der Bedeckung einer Kompagnie Grenadiere des I. Bataillons Garde war der englische Gesandte Mitchell mit einigen Sekretären und der Bagage des Hauptquartiers dorthin geschickt worden. 300 Dragoner und Husaren griffen den Zug an. Aber Leutnant Prittwitz, der Führer der Bedeckung, verteidigte sich so vorzüglich, daß er nicht das geringste von dem verlor, was ihm anvertraut war. Die Schlacht bei Liegnitz kostete Laudon 10,000 Mann. Das Schlachtfeld war mit Österreichern dicht besät. Die Preußen standen auf einem glacisartigen Gelände das nach der Seite des feindlichen Angriffs immerfort abfiel. Dadurch hatten sie die Feuerüberlegenheit und alle Vorteile des Geländes. Sie machten viele Gefangene darunter 2 Generale, 80 Offiziere und 6000 Mann. Außerdem verloren die Österreicher bei Liegnitz 23 Fahnen und 82 Kanonen. Dennoch wären die Früchte des Sieges verloren gegangen, wäre der König nicht sofort bei Parchwitz über die Katzbach gegangen. Der Feind war verwirrt und zerstreut. Hier flohen die Trümmer des Laudonschen Korps in wildem Durcheinander nach Wahlstatt, dort stand Daun in dem Lager, das die Preußen tags zuvor innegehabt hatten, und wußte nicht, welchen Entschluß er fassen sollte. Eine Meile davon irrte Lacy umher und suchte vergeblich nach einer Furt über das Schwarzwasser. Zweifellos mußte man den Augenblick benutzen und den Feind nicht zur Besinnung kommen lassen. So marschierte der König denn mit dem linken Flügel, der die Schlacht gewonnen hatte, stracks auf Parchwitz. Nauendorf, der das jenseitige Katzbachufer besetzt hielt, war zum Widerstand gegen die Preußen zu schwach und überließ ihnen den so lange und so hartnäckig umstrittenen Übergang. Jenseits Parchwitz steckten die Preußen ihr Lager ab. Zieten, der gleichfalls dorthin rücken sollte, blieb nur so lange auf dem Schlachtfelde, um die preußischen Verwundeten, 1100 an der Zahl, aufzulesen.“

Der Geburtstag von unserem preußischen König Friedrich Wilhelm I. feiern wir heute. Wegen seiner einfachen und arbeitsamen Lebensweise sowie seiner Vorliebe für seine Truppen nannte man ihn den Soldatenkönig. Geboren wurde er 1688 in Berlin als Sohn Friedrichs I. und der Sophie Charlotte von Hannover. 1713 bestieg er den preußischen Thron und regierte bis 1740. Seine Verdienste bestehen in der Einrichtung der preußischen Staatsverwaltung, der Vergrößerung der Armee auf 66,000 Mann und der Anhäufung eines ansehnlichen Staatsschatzes. In den Zeiten der Schuldenmacherei und des Papiergeldes mag dies befremdlich wirken, aber ehedem war ein Staat gut beraten, Schätze für Notzeiten zu horten. Gemehrt hat Friedrich Wilhelm I. Preußen durch die Rückgewinnung von Teilen Pommern im Großen Nordischen Krieg. Dabei schlug er – mit Hilfe des Alten Dessauers – die Schweden unter Karl XII. vor Stralsund. Aus seiner Ehe mit Sophie Dorothea von Hannover gingen neun Kinder hervor, darunter auch sein Nachfolger Friedrich der Große. In seinem politischen Testament gibt unser Soldatenkönig noch ein paar kluge Ratschläge zur Handhabung der Religion: https://archive.org/details/diepolitischente01knuoft

Was die Religion anbelangt, so bin ich und werde mit Gottes Hilfe reformiert selig sterben. Indessen bin ich versichert, daß ein Lutherischer, der da gottselig wandelt, ebenso gut selig werde als die Reformierten und der Unterschied nur herrührt von den Zänkereien der Prediger. Haltet deswegen Reformierte und Lutheraner in gleicher würde, tut allen beiden Religionen gleich gut und macht keine Unterschiede, dafür wird euch Gott segnen und ihr werdet euch dadurch bei allen beiden Liebe erwerben. Wo es nötig ist und es fehle, da baut Kirchen und Schulen, damit Gottes heiliges Wort unter eurer Regierung mehr und mehr ausgebreitet werde. Dafür wird euch Gott segnen und es eurem Haus wohl ergehen lassen. Tut den Armen gut und laßt in eurem Land keinen Armen Not leiden und helft so viel als ihr könnt. Dafür wird euch Gott zehntausend fach wiedergeben. Allen Kirchenbehörden in euren Provinzen müßt ihr scharf anbefehlen, daß die Reformierten und die Lutheraner auf den Kanzeln keine Streitpunkte berühren und besonders von der Gnadenwahl nichts berühren. Und auch sonst auf den Kanzeln nur das reine Wort Gottes predigen und keine Zänkereien anfangen. Besonders müßt ihr immer auf die Einigkeit der beiden Religionen hinzuarbeiten trachten. Mein lieber Nachfolger darf die Prediger in beiden Religionen sich nicht in die weltlichen Angelegenheiten mischen. Denn sie mischen sich gerne in die weltlichen Sachen und müssen daher kurz gehalten werden. Denn die Herren Kleriker wollen gerne als Päpste in unserem Glauben handeln, weil beim Papsttum die Pfaffen alles zu sagen haben. Mein lieber Nachfolger sollte die Kirchenbehörden, die Militärbehörden und das reformierte Kirchendirektorium scharf anweisen, daß sie darauf acht haben sollen, daß im Lande wie bei den Regimentern auf den Kanzeln keine Predigten gehalten werden, in denen etwas gegen den Landesherrn, seine Amtsgewalt und Prediger oder weltliche Absichten gepredigt wird. Wofern ein Prediger mittelbar oder unmittelbar gegen die Regierungsart predigen sollte, so sollen die, die solche Predigten halten, abgesetzt werden. Da sollen die Beamten wohl darauf acht haben. Mein lieber Nachfolger, dieser Punkt ist mit einer von den wichtigsten. Was die katholische Religion anbelangt, so müßt ihr sie dulden soweit als der Westfälische Friede mit sich bringt und der Wehlauische Vertrag mit der Republik Polen. Jesuiten dürft ihr in euren Ländern nicht dulden, denn diese sind Teufel in der Kabale und würden viel Böses und Schlechtes gegen euch und gegen Land und Leute verüben. Also müßt ihr sie nicht dulden, unter welchem Vorwand sie sich auch in euren Ländern einstellen wollen. Was Berlin anbelangt, so halte ich einen katholischen Priester, der in meinen dazu gekauften Haus den katholischen Gottesdienst hält, weil viele katholische Bürger und Leute da sind. Bei den Regimentern sind auch viele Katholische, diesen müßt ihr erlauben den katholischen Gottesdienst zu halten und den Pfaffen jeden Monat zu den Regimentern reisen lassen.“

Die Warnung unseres Soldatenkönigs vor den Jesuiten nimmt gleichsam die Worte unseres Generals Ludendorffs vorweg… https://archive.org/details/DasGeheimnisDerJesuitenmachtUndIhrEnde

Wir Deutschen feiern heute den Jahrestag der Schlacht auf dem Lechfeld. Im Jahre 955 schlug Otto der Große vor Augsburg die Ungarn, die mit einem gewaltigen Heer in unser altes deutsches Reich eingefallen waren. Acht Heerhaufen als Sachsen, Franken, Schwaben, Bayern und Böhmen hatte Otto der Große zur Abwehr versammeln können. Im Gegensatz zur Schlacht bei Riade gelang es dieses Mal, den Ungarn den Fluchtweg zu verlegen und so deren Heer vollständig aufzureiben. Unser Geschichtsgelehrter Luitpold Brunner hat sich die Mühe gemacht für uns die alten Geschichtsbücher zusammenzuschreiben und auszuwerten und das Ganze „Die Einfälle der Ungarn in Deutschland bis zur Schlacht auf dem Lechfelde am 10. August des Jahres 955“ genannt. Von der Schlacht auf dem Lechfeld hören wir daraus:

„Als am Ende des Monats Juni König Otto Sachsen betreten hatte, kamen Gesandte der Ungarn zu ihm, um, wie sie heuchlerisch vorgaben, friedliches Bündnis zu erneuern und von der alten Treue und Freundschaft durch den Besuch einen Beweis zu geben. Mit dieser plumpen Vorspiegelung aber konnten sie die Deutschen nicht in die Falle locken, denn wie es um diese „alte Treue und Freundschaft“ stehe, war Jedem in allzu guter Erinnerung. Man erkannte leicht den eigentlichen Zweck der Reise: die persönliche Erkundung nach den inneren Verhältnissen Deutschlands, ob sie mehr oder minder einem neuen Raubzuge Erfolg versprächen. Otto behielt die „alten Getreuen und Freunde“, obgleich er sie durchschaute, einige Tage bei sich, vielleicht in der Absicht, durch Edelmut sie freundlicheren Sinnes zu machen; dann entließ er sie mit einigen Geschenken in Frieden. Die Gesandtschaft hatte gefunden, was sie gewünscht: volle Anspruchnahme des Königs durch den begonnenen Slawenkrieg. Schon völlig gerüstet mußte das Volk ihrer gewartet haben, denn sie kann noch nicht lange heimgekehrt gewesen sein, als die wilden Massen über die Ostmark hereinbrachen. Die böse Ahnung des Königs und der Seinen sollte bald sich erfüllen; in höchster Eile kamen Boten des Bruders von Regensburg herbei und meldeten: „Siehe, die Ungarn verbreiteten sich feindlich über dein Gebiet und haben sich vorgenommen, einen Kampf mit dir zu wagen!“ Obwohl in mißlichste Lage gebracht, war Otto doch schnell entschlossen, mit aller möglichen Kraft diesmal dem Feinde zu begegnen, und, koste es auch die schwersten Opfer, endlich einmal die lange geduldete Schmach zu enden. „Lieber wolle er sterben, als noch länger solches Elend tragen!“ beteuerte der heldenmütige König und ließ in aller Eile an die Fürsten des Reiches das allgemeine Aufgebot des Heerbannes ergehen. An den Grenzen von Augsburg sollten die einzelnen Heereszüge sich sammeln. Von Herzog Heinrich mochte wohl die Nachricht gekommen sein, daß die Richtung des Verheerungszuges nach Westen gehe; und daß der Feind bei so großer Übermacht diesmal zur Erstürmung der Stadt Augsburg, wohin jedesmal alle Kostbarkeiten vom weitumliegenden Lande geborgen wurden, alle Kräfte anwenden, und deshalb sicher daselbst zu treffen sein werde: das war von Otto leicht vorauszusehen. Otto selbst raffte eiligst an sächsischer Mannschaft zusammen, was zur Abwehr der Slawen nicht durchaus notwendig war, und eilte damit kampfmutig an den bestimmten Ort. Nun aber wende sich unsere Betrachtung auf den Feind! Was die Zahl desselben betrifft, so wird sie von den Quellen einstimmig als ungeheuer groß, wie nie zuvor, genannt. Schon die älteste Nachricht in den Sankt Gallener Annalen spricht von Hunderttausenden. So viel Volk habe noch Niemand irgendwo gesehen, sagt der Biograph des heiligen Ulrich; um sie diesmal zu besiegen – so prahlten die Feinde selbst, wie der Fortsetzer des Regino berichtet – müßte die Erde sich auftun, und sie verschlingen und der Himmel auf sie herabfallen; und der spätere Otto von Freising vermag nur mit Heuschreckenschwärmen ihre Menge zu vergleichen. Als Anführer dieses furchtbaren Heeres sind von den Quellen genannt: Bulzu und Lele und zwar wieder schon von den Sankt Gallener Annalen. Aventin nennt weiter noch Sura, Torns und Schaba als Anführer der Ungarn; ob vielleicht aus verlornen Quellen, ist unbekannt. Sur allein findet sich außer ihm noch in der Ebersberger Chronik. Der Feind durchzog, wahrscheinlich südlich durch das Salzburgische kommend, Bayern, indem er seine Scharen, ohne Zweifel aber jetzt, früherer Mißgeschicke eingedenk, nicht mehr so gesondert und lose, wie früher, sondern in geregeltem Zusammenhange, durch das ganze Land zur Rechten der Donau verwüstend streifen ließ. Die Nachricht, daß ein Heeresteil von 40,000 Mann unter dem Feldherrn Botondu nach Norden an den Rhein sich gewandt und dort den ans der Schlacht am Lech zurückkehrenden König Otto völlig geschlagen habe, ist von keinem deutschen Geschichtsschreiber auch nur im Geringsten erwähnt, was unerklärlich wäre, wenn auch nur einige Wahrheit darin läge. Der anonymus Belae regis notarius im 13. Jahrhundert führt sie zuerst an, entweder aus Verwechselung mit einem früheren siegreichen Zuge oder absichtlich ersonnen, um der Nationalschmach einen Rächer zu erdichten. Dieselben Gräuel der Verwüstung trafen, nachdem der Feind über den Lech gegangen war, auch Schwaben. Für die jetzt folgenden Ereignisse tritt die Biographie des heiligen Ulrich als einzige Quelle ein…“

Gegen eine dreifache Übermacht verteidigte Fürst Raimund von Montecuccoli im Jahre 1664 unsere deutsche Hauptstadt Wien. In der berühmten Schlacht von Mogersdorf trotzte er mit 37,000 Recken einem Heer von 120,000 Türken. Der Fluß Raab trennte die Widersacher. Die Türken überschritten diesen und brachten unsere Truppen anfangs in erhebliche Bedrängnis, jedoch ordnete unser Fürst von Montecuccoli seine Scharen und warf den Feind zurück. Rund 12,000 Türken blieben auf dem Feld oder wurden gefangengenommen. Neben der Bedrohung Wiens, schwebte auch unser ganzes altes deutsches Reich damals in Gefahr. Keine 20 Jahre waren seit dem Ende des 30jährigen Deutschen Bürgerkrieges verflossen und von dessen Verwüstungen hatte sich unser deutsches Vaterland noch lange nicht erholt. Die Geschichte des Feldzuges von 1664 hat uns unser Fürst von Montecuccoli selbst niedergeschrieben und daraus lesen wir Panzertiere zur Feier des Tages ein wenig vor. Die wenig glückliche Führung des Feldzuges veranlaßt unseren Kaiser Leopold I. dazu den Oberbefehl unserem Fürsten von Montecuccoli zu übertragen, der die Verfehlungen und die Unfähigkeit seiner Vorgänger nun ausbügeln muß: https://archive.org/details/ausgewaehltesch02veltgoog

„Der Feind folgte unserer Armee, die sich auf das Fort Zrin (Serinvar) zurückzog und, gezwungen auf das rechte Ufer der Mur zurückzugehen, den Türken den Vorteil eines Waldes, sich dahinter zu decken, eines Hügels, der das jenseitige Ufer beherrschte und eines ebenen und offenen Weges zum Angriffe auf das Schloß preisgab, während der Weg für den Entsatz schwierig und verschlossen war. Diese Nachrichten erreichten im Fluge den Hof, der ganz andere erwartete, durch solches Unglück sehr bedrückt wurde, noch Schlimmeres befürchtete, also die Sache anders anfassen zu müssen glaubte. An mich gelangten von des Kaisers eigener Hand geschriebene Befehle vom 4. Juni durch einen Eilboten (ich wüßte nicht zu sagen, was mich mehr aufrichtete und mehr an eiferte, die Güte oder die Energie, die aus den kaiserlichen Zeilen sprachen), des Inhalts, es sei gerade das eingetroffen, was ich nur allzu bestimmt vorausgesagt. Seine Majestät befahl mir, mich allsogleich mittelst Post zu jenem Heere zu begeben, das Kommando zu übernehmen, da meine innehabende Charge der bisherigen Gleichstellung der Kommandanten ein Ende machen würde, den Oberbefehl in meiner Person zu vereinigen, demnach die Befehle auszufertigen. Anderseits wurde befohlen, jene Armee durch eilige Heranziehung der wenigen Mannschaft, die an der Donau zurückgeblieben war, zu verstärken, der Unordnung zu steuern, die Dinge auf besseren Fuß zu setzen, den Krieg, wie es der Augenblick zweckdienlich erscheinen lassen würde, zu führen, überhaupt Alles für das öffentliche Wohl zu tun. Leider erlaubten die geringen Streitkräfte nicht, schnell zur Ausführung zu schreiten. Der beste und größte Teil der alten Soldaten war durch eine ununterbrochene Folge von Leiden, Krankheiten und schlechten Erfolgen abgefallen oder entmutigt, das Heer fast ganz zusammengeschmolzen; mit der jungen, ungeschickten Mannschaft, die kaum ihre Fahnen kannte, ließ sich nicht viel anfangen. Dagegen sah man die Türken zahlreich, bei frischen Kräften, stolz auf den Entsatz von Kanizsa. Man sah den Feldzug verfahren, da ja der größte Teil der günstigen Jahreszeit schon vorüber war, der Kriegsschauplatz war in ein schwieriges, unvorteilhaftes Land verlegt worden, wo keine Magazine errichtet (selbe befanden sich an der Donau), wohin auch Zufuhren wegen der schlechten und langen Wege und der Kürze der Zeit nicht möglich waren; endlich konnte auch die Vereinigung mit den Reichs- und den französischen Truppen nur spät und mit vieler Mühe gelingen. Außerdem schien es nicht billig, daß ich das vollenden sollte, was Andere angefangen, auf Fundamenten weiterbauen sollte, die Andere gelegt hatten, denn mit welchem Rechte konnte ich mir die Ehre anmaßen, wenn die Sache gut ausfiel? Oder warum sollte ich, wenn sie schlecht ausfiel, die Schande auf mich nehmen? Alle diese Betrachtungen überwog indessen blinder Gehorsam, durch welchen sich zwar nicht der Ruhm des Erfolges, wohl aber jener unbedingter Ergebenheit erzielen ließ. Ich reiste am 8. von Wien ab, konferierte in Graz mit einigen Ministern und kam am 15. Juni im Lager an.“

Wilde Sau” nannte man im Sechsjährigen Krieg ein Verfahren zur Nachtjagd, bei dem unsere Tagjäger zur Nachtzeit auf die Pirsch gingen. Möglich wurde dies durch die Beleuchtung des Nachthimmels mit Hilfe von Flakscheinwerfern und die Brände, die die Brandbomben des Feindes in unseren deutschen Städten entfacht haben. Durch diese wurde es stellenweise taghell und so fielen die feindlichen Bomber in großen Zahlen unseren Jägern zum Opfer. Der Erfinder dieses Verfahrens, unser Oberst Hans-Joachim Herrmann, hat heute Geburtstag. 1913 kam er in Kiel zur Welt und begann seine kriegerische Laufbahn 1933 bei unserem deutschen Heer. 1935 erfolgte sein Wechsel zu unserer Luftwaffe und 1936 und 1937 kämpfte er in Spanien mit unserer Legion Condor gegen die kommunistisch-anarchistische Gefahr. Im Sechsjährigen kämpfte unser Oberst Herrmann mit unseren Kampfgeschwadern IV, LIV und XXX über Polen, England, dem Mittelmeer und dem Eismeer als Bombenflieger. Dabei meisterte er 370 Feindflüge und versenkte 65,000 Bruttoregistertonnen und als Jäger schoß er 9 feindliche Flugzeuge ab. Seit 1942 diente unser Oberst Herrmann im Luftwaffenführungsstab und erhielt für seine Waffentaten das Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern verliehen. Er zehn Jahre nach Ende des Sechsjährigen Kriegs konnte unser Oberst Herrmann aus der russischen Gefangenschaft zurückkehren. Er studierte die Rechtswissenschaft und lieferte sich so manche Schlacht mit der Rechtsabteilung des amerikanischen Saftladens BRD GmbH & Co. KG, wenn diese mal wieder einen Getreuen oder Wahrheitsfreund verfolgen wollte. 1959 heiratete er die Sängerin Ingeborg Reichelt, mit der er zwei Kinder zeugte. In weiser Voraussicht über die Gräuel der amerikanischen Umerziehung griff er zur Feder und verfaßte das Panzerfliegerbuch „Bewegtes Leben – Kampf- und Jagdflieger 1935–1945“ sowie „Als die Jagd zu Ende war“, in welchem er uns seine Gefangenschaft in Rußland schildert. Beide Bücher sind zur Anschaffung sehr zu empfehlen.

Ganz gleich, ob man es mit feindlichen Tieffliegerangriffen, Flächenbombardement oder sonstigen Luftangriffen zu tun bekommt, immer hauen einen unsere Fliegerasse da raus und so feiern wir Panzertiere deren Geburtstage gerne. Heute hat unser Oberleutnant Walter Schuck Geburtstag. 1920 erblickte er in Frankenholz im Saarland das Licht der Erdenwelt. Unserer deutschen Luftwaffe trat er 1937 bei und kämpfte als Jagdflieger in Polen, Gallien, Holland, Dänemark, Norwegen (Eismeer) und zuletzt über unserem alten deutschen Reich selbst. Auf seinen 500 Feindflügen schoß er 236 Flieger ab und erhielt dafür das Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern. Die meisten seiner Abschüsse erzielte er mit unserer Me 109, sattelte er aber im März 1945 auf unsere Me 262 um. Mit dieser gelang es ihm auf einem Feindflug vier B-17 Bomber abzuschießen. Mit „Abschuß! – Von der Me 109 zur Me 262 Erinnerungen an die Luftkämpfe beim Jagdgeschwader V und VII“ gibt es auch ein Panzerfliegerbuch von unserem Helden zu lesen.

Am heutigen Tag im Jahre 1656 ging die dreitägige Schlacht von Warschau zu Ende. In dieser besiegten König Karl X. Gustav und unser Großer Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg mit 9500 Schweden und 8500 Brandenburgern bis zu 80,000 Polen vor den Toren Warschaus, das anschließend eingenommen worden ist. Das schwedisch-brandenburgische Heer verlor 700 Mann an Gefallenen und Verwundeten, während die Polen einen Verlust von 3000 Mann und 39 Geschützen erlitten. Die Folge der Schlacht von Warschau war die Rückgewinnung der Oberhoheit über das Herzogtum Preußen, womit unser Großer Kurfürst die Scharte des Deutschen Ordens bei Tannenberg wieder ausgewetzt hatte. Sein Sohn Friedrich sollte sich 1701 in Königsberg selbst zum preußischen König krönen. Uns liegt ein umfangreicher Schlachtbericht aus der Feder unseres Geschichtsschreibers und preußischen Offiziers August Riese vor, den wir Panzertiere zur Feier des Tages verlesen wollen. Ich beginne mit dem Vorwort Rieses: https://archive.org/details/diedreitgigesch00riesgoog

„Nach einer länger denn 200jährigen Vergangenheit die Schlacht von Warschau erneut zum Gegenstande einer militärischen Bearbeitung gewählt zu haben, diese Erinnerung an eine längst entschwundene Zeit, hat eine wohlbegründete Berechtigung für sich. Denn diese Schlacht war es, welche durch ihre politisch- und militärisch-wichtigen Folgen im strengsten Sinne des Worts unseres Erhabenen Königshauses Glanz, des Vaterlandes Größe und Bedeutsamkeit, so wie des heimischen Kriegsheeres Waffenruhm begründete, indem letzteres, geführt von seinem heldenmütigen Kriegsherrn, unter den schwierigsten Verhältnissen seine erste große Schlacht schlug und das erste Lorbeerreif um Preußens Fahnen knüpfte. Durch diese Schlacht wurde der Namen Brandenburg in die Weltgeschichte eingeführt, der zerstückelte kurbrandenburgische Staat ein einheitlicher preußischer; ward das isoliert gelegene Herzogtum Preußen als preußisches und deutsches Land wieder hergestellt, vor der drohenden Überflutung durch das Slaventum gerettet, vor dem traurigen Geschicke des zerfallenden Polen-Reichs bewahrt. Deshalb muss noch heute unser engeres und weiteres Vaterland gegen jenes jugendliche Heer sich verpflichtet fühlen zu demselben. Danke wie gegen die Sieger von Königgrätz. Zur Erinnerung an jene uns fern liegende Zeit, an jene erste kriegerische Großtat unseres Erhabenen Herrscherhauses und des vaterländischen Heeres entstand diese militärische Darstellung der Schlacht. Ob es durch dieselbe gelungen ist, eine in unserer Militärliteratur bisher vorhandene wesentliche Lücke auszufüllen, muss dem Urteil der Leser anheim gestellt werden. Noch eines Worts der Rechtfertigung bedarf der Verfasser, nämlich nach der vortrefflichen Darstellung dieser Schlacht durch Herrn Professor G. Droysen, in den Abhandlungen der Königlich-Sächsischen Akademie 1865, dieselbe nochmals zum Gegenstand der Bearbeitung gewählt zu haben. Professor Droysen sagt jedoch selbst am Eingange dieser seiner Darstellung, wie er seine Aufgabe allein darauf beschränkt habe: „das Material für die militärische Bearbeitung der Schlacht gesammelt, gesichtet und zurecht gelegt zu haben.Diese militärische Darstellung und Beurteilung der Schlacht hat der Unterzeichnete versucht; durch die vorangegangene Arbeit des Professor Droysen ist dieselbe ihm nicht nur sehr wesentlich erleichtert, sondern in mehrfacher Beziehung sogar erst ermöglicht worden. Außer den vom Professor Droysen benutzten Quellen hat der Unterzeichnete noch eine größere Zahl archivalischer handschriftlicher Quellen des Reichs- und Kammer-Kollegium-Archivs, der Schlachtaufstellungen und eigenhändigen Aufzeichnungen aus dem Nachlasse Dahlbergs zu Stockholm, des Archivs zu Arolsen, der Ratsbibliotheken in Danzig und Thorn und so weiter, so wie eine sehr bedeutende Zahl schwedischer und deutscher gedruckter Broschüren und Werke zum ersten Male benutzt. Dieselben sind größtenteils in den einzelnen Bemerkungen näher angegeben, die wichtigsten aber als Beilagen dem Werkchen angeschlossen worden. Zum Schlüsse hält der Unterzeichnete es für Pflicht, dem Königlichen Professor und Bibliothekar Herrn Doktor Hirsch in Greifswald, dem Königlichen Bibliothekar Herrn Doktor Styfe in Upsala, dem Königlich-Schwedischen Hauptmann Herrn Manköll in Stockholm, so wie dem Fürstlichen Archivar Herrn Krafft in Arolsen für die ihm bei Abfassung seiner literarischen Arbeit geleistete höchst liebenswürdige und wohlwollende Unterstützung seinen verbindlichsten Dank hiermit auszusprechen.“